Flug nach Slowenien

Text & Bilder:  Walther Eckard

Erfahren Sie hier die Eindr├╝cke und Erlebnisse unseres MSG-Mitgliedes Walther Eckard, der mit seiner Frau im Juni 2003 Urlaub in Slowenien gemacht hat und Interessantes, Wissenswertes aber auch Am├╝santes ├╝ber diese Flugreise niedergeschrieben hat.


Seit Juni 2003 sind wir sicher, da├č wir unseren diesj├Ąhrigen Sommerurlaub wieder mal am Mittelmeer verbringen wollen. Das n├Ąheste und am schellsten zu erreichende Ziel ist mit 531 km und cirka 3,5 Std. Flugzeit wohl Portoroz in Slowenien. Au├čerdem gibt es dort Kati┬┤s Pension, sehr freundliche Leute am Flugplatz und last not least einen Avgaspreis von 61 Cent je Liter.

Viele Piloten, gutes Essen und ein ├ťbernachtungspreis von 40 ÔéČ f├╝r┬┤s Doppelzimmer. Zugegebenerma├čen nicht der reine Luxus, aber daf├╝r sehr famili├Ąr.

Katis Pension

Also Flieger reserviert, gepackt und laut Planung gehtÔÇÖs am Montag dem 28.07.03 los.

Fast der ganze Sommer bescherte uns herrliches Flugwetter, nur ging ausgerechnet an diesem Tag ├╝berhaupt nichts. Pers├Ânliches Pech, dann versuchen wir┬┤s halt am darauffolgenden Tag. Am Morgen, immer noch ├╝belstes Wetter aber mit Tendenz zur Besserung.

Am Nachmittag des 29. starten wir dann auch wirklich in Richtung S├╝den. Durch Wolkenfetzen und bedecktem Himmel fliegen wir mit der G 109 ├╝ber Eggenfelden in Richtung Salzburg.

… nicht das tollste Flugwetter

Dort erwartet und eine schier undurchdringliche Wand ├╝ber den Alpen. Nachdem wir den Flieger auf ca. 9000 ft. gequ├Ąlt haben, und auch in gr├Â├čerer H├Âhe keine Aussicht auf bessere Sicht besteht, entschlie├čen wir uns zur Umkehr nach Eggenfelden.
Vielleicht kommen wir ja morgen ├╝ber die Berge.

Der T├╝rmer von Eggenfelden besorgt uns eine Bleibe f├╝r die Nacht und eine Bedienung der Flugplatzkneipe nimmt uns mit in die Ortschaft. Am Morgen sind wir noch vor ├ľffnung des Platzes zur├╝ck bei unserem Flieger.

Wetter einholen, und Flugplan aufgeben,  mit sehr gemischten Gef├╝hlen gehtÔÇÖs wieder in Richtung Alpen. Wir planen ├╝ber den Wolken in FL 110 die Berge zu meistern. Endlich, nach mehr als einer Stunde kreisen, erreichen wir 11000ft. Salzburg Radar gibt uns die Freigabe zur Alpen├╝berquerung und weist uns einen Transpondercode zu. Nach der ├ťbergabe an Wien Information, lassen wir die G109 erstmal mit ├╝ber 200 Sachen am Fahrmesser und direktem Kurs nach Klagenfurt losrennen.

├ťber den Wolken

Der Informationsservice von Wien ist super und wir f├╝hlen uns nie alleingelassen. Allerdings ist es mittlerweile schon 11:30 Lokalzeit und es gibt die ersten massiven Quellungen. Sekundenschnell schie├čen Wolkent├╝rme um uns auf. Unser Flieger hat in dieser H├Âhe kaum noch Leistungreserven, so ist das Gebot der Stunde: schnell dr├╝ber! Aber wenigstens haben wir R├╝ckenwind, so da├č sich am GPS 260 km/h Ground Speed einstellt und wir schnell auf der S├╝dseite sein werden.

Auf der Alpens├╝dseite ist das Wetter wieder wesentlich besser, und wir genie├čen den Anblick vom W├Ârthersee und Klagenfurt. Der Lotse ├╝bergibt uns an Ljubliana Information. Nur noch 45 min und die Karawanken trennen uns von Kalamaris und den gr├Â├čten Pizzas der westlichen Welt…

Die Karawanken

Der Empfang ist sehr herzlich, wir bekommen den obligatorischen Slivo zur Begr├╝├čung, das Flugplatzpersonal verst├Ąndigt Kati, die uns nat├╝rlich vom Platz abholt. Eine Stunde sp├Ąter genie├čen wir bereits Kati┬┤s Essen.

Kap von Istirien

Nun ist erstmal Urlaub mit baden und relaxen angesagt. Nach einigen Tagen beschlie├čen wir, die Gegend etwas n├Ąher kennenzulernen. Wir versuchen ein Auto zu mieten. Normalerweise kein Problem. Schwieriger wird┬┤s dann schon wenn man die F├╝hrerscheine zuhause vergessen hat.

Bleibt noch Taxi oder Bus. Weil Taxis sehr teuer sind, wir Urlaub und somit auch Zeit haben  probieren wir die ├Âffentlichen Verkehrsmittel.

…na, das ist doch was!

Gleich beim ersten Versuch merken wir, da├č Busfahren ein weitaus gr├Â├čeres Abenteuer ist als mit einem Motorsegler die Alpen zu ├╝berqueren. Nachdem aber der Ehrgeiz in dieser Richtung durchschl├Ągt, meistern wir auch dies. Wir machen sch├Âne Ausfl├╝ge ans Kap von Istrien und genie├čen Natur, Wetter, Essen und die Landschaft.

Am 5.8. ist der Wetterbericht wieder ├╝bel. F├╝r die gesamten Alpen gibt es Gewitterwarnung f├╝r den 7.8.. Wir beschlie├čen am n├Ąchsten Morgen gen Heimat aufzubrechen.

Am Montag ruft schlie├člich wieder die Pflicht. Bei diesigem Wetter starten wir morgen um 9 Uhr in Portoroz nach dem ├╝blichen Prozedere mit Richtung Klagenfurt. Die Thermik ist gleich null, das bedeutet wieder lange Zeit f├╝r den Aufstieg.

Die Bucht von Triest

Am Pflichtmeldepunkt PE1 sollen wir in 3800ft die Kontrollzone verlassen. Leider haben wir dort erst 2500ft erreicht. Also kreisen mit den ├╝blichen Erholungspausen f├╝r den Motor. Sicherheitshalber schrauben wir uns au├čerhalb der Kontrollzone dann auf  7000ft, denn die Sicht ist bedingt durch Inversion nicht so toll. Unser Flugplan war f├╝r Klagenfurt-Salzburg-Hof aufgegeben, doch in Klagenfurt war kein Durchkommen in nordwestlicher Richtung. Der sehr hilfsbereite Lotse von Klagenfurt Radar r├Ąt uns zur Ostroute, also ├╝ber Graz, Linz und Vilshofen.

ÔÇťBleiben Sie knapp ├╝ber der Autobahn und auf jeden Fall immer in VFR BedingungenÔÇŁ, lautet sein Rat. Wir befolgen dies gern, da es die offensichtlich die einzige M├Âglichkeit zum Durchkommen ist.

Endanflug auf Portoroz

Durch die T├Ąler, umgeben von Wolkenfetzen und immer ├╝ber der Autobahn erreichen wir schlie├člich erst Graz, dann Linz.

Es war meine erste Alpen├╝berquerung in weniger als 4000ft MSL. Von Linz gings dann ├╝ber Vilshofen direkt nach Hause. Was an Thermik in Portoroz fehlte kam hier daf├╝r doppelt auf uns zu. Es sch├╝ttelt und bockt den ganzen Weg von Vilshofen bis nach Hause.

Auf jeden Fall sind wir erleichtert als wir in Hof nach 5 Std. und 5 min non stop Flugzeit um 14:05 Uhr aufsetzen.

Nach unserem l├Ąngsten Non-Stop-Flug seit Scheinerhalt, kommt nur noch die Buchf├╝hrung, den Flieger waschen, dann nach Hause und erstmal einen Kaffee genie├čen. Insgesamt ein sehr sch├Âner Fliegerurlaub, zwar etwas anstengend, daf├╝r aber voller Eindr├╝cke, den ich 2004 mit Sicherheit wiederholen werde.

Ankunft in Hof